Schmelzflussindex (MFI) von Polypropylen: Bedeutung, Messung und Einfluss auf die Kunststoffverarbeitung
Schmelzflussindex (MFI) von Polypropylen: Bedeutung, Messung und Einfluss auf die Kunststoffverarbeitung
Der Schmelzflussindex (MFI) gehört zu den wichtigsten Kennwerten in der Kunststoffverarbeitung. Er beschreibt, wie leicht eine Kunststoffschmelze unter festgelegten Prüfbedingungen durch eine genormte Düse fließt. Für Hersteller und Kunststoffverarbeiter ist dieser Wert entscheidend, wenn es um die Materialauswahl, die Prozessstabilität und die Qualitätssicherung geht.
Besonders bei Polypropylen (PP) und PP-Regranulaten spielt der Schmelzflussindex eine wichtige Rolle. Er hilft dabei, das Fließverhalten des Materials einzuschätzen und geeignete Rohstoffe für Spritzgießen, Extrusion und weitere Verarbeitungsverfahren auszuwählen.
Dabei gilt: Ein hoher MFI-Wert bedeutet nicht automatisch eine bessere Materialqualität. Ebenso wenig ist ein niedriger Schmelzindex grundsätzlich von Vorteil. Entscheidend ist, ob die Fließeigenschaften des Kunststoffs zu den Anforderungen des jeweiligen Produkts und Herstellungsprozesses passen.
In diesem Artikel erklären wir, was der Melt Flow Index bedeutet, wie die Messung nach DIN EN ISO 1133 durchgeführt wird und warum die Konstanz der MFI-Werte besonders bei recyceltem Polypropylen wichtig ist.
Das Wichtigste zum Schmelzflussindex im Überblick
- Der Schmelzflussindex MFI beschreibt die Fließfähigkeit thermoplastischer Kunststoffe unter definierten Prüfbedingungen.
- MFR und MVR sind genormte Kennwerte zur Bestimmung der Schmelzflussrate. MFR beschreibt die Masse, MVR das Volumen des fließenden Materials.
- Die Schmelze-Massefließrate wird in g/10 min angegeben, die Schmelze-Volumenfließrate in cm³/10 min.
- Die Prüfung erfolgt unter anderem nach DIN EN ISO 1133 beziehungsweise ASTM D1238.
- Für Polypropylen werden häufig eine Prüftemperatur von 230 °C und eine Belastung von 2,16 kg verwendet.
- Höhere MFI-Werte weisen bei vergleichbaren Materialien meist auf eine geringere scheinbare Schmelzviskosität hin.
- Bei PP-Regranulaten ist neben dem absoluten MFI-Wert insbesondere die Wiederholbarkeit zwischen Produktionschargen von Bedeutung.
1. Was ist der Schmelzflussindex (MFI)?
Der Schmelzflussindex, international als Melt Flow Index (MFI) bezeichnet, ist ein Kennwert zur Charakterisierung des Fließverhaltens thermoplastischer Kunststoffe.
Er gibt Auskunft darüber, wie viel geschmolzenes Polymer unter festgelegten Bedingungen innerhalb einer bestimmten Zeit durch eine genormte Düse fließt.
In der Praxis wird der Schmelzindex häufig als Masse des ausgetretenen Materials in Gramm pro zehn Minuten angegeben.
Die Messung erfolgt bei einer definierten Temperatur und unter einer bestimmten Belastung. Dadurch lassen sich die Fließeigenschaften verschiedener Materialien unter vergleichbaren Bedingungen untersuchen.
Der MFI ist insbesondere für die Materialauswahl und die Überwachung von Produktionsprozessen relevant.
Sein Wert kann Hinweise darauf geben, wie sich ein Kunststoff während der Verarbeitung verhält. Er beschreibt allerdings nicht sämtliche rheologischen Eigenschaften einer Polymerschmelze.
Schmelzflussindex und Schmelzviskosität
Zwischen dem Schmelzflussindex und der Viskosität eines Polymers besteht ein Zusammenhang.
Bei vergleichbaren Materialien bedeutet ein höherer MFI-Wert in der Regel, dass die Kunststoffschmelze unter den jeweiligen Prüfbedingungen leichter fließt.
Ein niedriger MFI-Wert weist häufig auf einen höheren Fließwiderstand hin.
Dabei handelt es sich jedoch um eine vereinfachte Betrachtung.
Die Viskosität thermoplastischer Polymere hängt unter anderem von der Temperatur, der Schergeschwindigkeit, der Molekularstruktur und der Zusammensetzung des Materials ab.
Daher kann eine einzelne MFI-Messung keine vollständige rheologische Charakterisierung ersetzen.
2. MFR und MVR: Schmelze-Massefließrate und Schmelze-Volumenfließrate
In technischen Datenblättern und Prüfnormen werden neben MFI vor allem die Begriffe MFR und MVR verwendet.
Diese Kennwerte beschreiben verwandte Eigenschaften des Fließverhaltens, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der Messgröße.
Schmelze-Massefließrate (MFR)
Die Schmelze-Massefließrate MFR (Melt Mass-Flow Rate) bezeichnet die Masse einer Kunststoffschmelze, die unter festgelegten Prüfbedingungen durch eine genormte Düse fließt.
Der MFR-Wert wird in Gramm pro zehn Minuten (g/10 min) angegeben.
Beispielsweise bedeutet ein MFR-Wert von 12 g/10 min, dass die unter den angegebenen Bedingungen ermittelte Fließrate einer Masse von 12 Gramm Kunststoff pro zehn Minuten entspricht.
Die Schmelze-Massefließrate ist ein häufig verwendeter Kennwert in technischen Datenblättern von Polypropylen und anderen thermoplastischen Kunststoffen.
Schmelze-Volumenfließrate (MVR)
Die Schmelze-Volumenfließrate MVR (Melt Volume-Flow Rate) beschreibt das Volumen der Kunststoffschmelze, das unter definierten Bedingungen innerhalb einer bestimmten Zeit durch die Prüföffnung fließt.
Der MVR-Wert wird in cm³/10 min angegeben.
Im Gegensatz zur MFR wird hier nicht die Masse, sondern das Volumen des Materials betrachtet.
MFR und MVR im direkten Vergleich
| Kennwert | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| MFI | Melt Flow Index – gebräuchliche Bezeichnung für den Schmelzflussindex | üblicherweise g/10 min |
| MFR | Schmelze-Massefließrate | g/10 min |
| MVR | Schmelze-Volumenfließrate | cm³/10 min |
Die Umrechnung zwischen MFR und MVR ist möglich, wenn die Schmelzedichte unter den jeweiligen Prüfbedingungen bekannt ist.
Dabei ist zu beachten, dass die Schmelzedichte von der Temperatur und der Materialzusammensetzung abhängt.
Für die Bewertung der Ergebnisse müssen daher die Messbedingungen berücksichtigt werden.
3. Bestimmung des Schmelzflussindex nach DIN EN ISO 1133 und ASTM D1238
Die Bestimmung des Schmelzflussindex erfolgt mithilfe eines speziellen Prüfgeräts, das häufig als Schmelzindexprüfgerät, Fließprüfgerät oder Extrusionsplastometer bezeichnet wird.
Die wichtigsten Prüfverfahren sind in den Normen ISO 1133 und ASTM D1238 beschrieben.
Die DIN EN ISO 1133 ist eine in Deutschland und Europa verwendete Normenreihe zur Bestimmung der Schmelze-Massefließrate und der Schmelze-Volumenfließrate thermoplastischer Kunststoffe.
Wie funktioniert ein Fließprüfgerät?
Bei der Prüfung wird eine definierte Kunststoffprobe in einen beheizten Prüfzylinder eingebracht.
Nach der vorgegebenen Aufheizphase wird das Material durch die Belastung eines Kolbens durch einen Prüfkanal und eine genormte Kapillare beziehungsweise Düse gedrückt.
Die Messung erfolgt bei einer festgelegten Prüftemperatur.
Das Prüfgerät erfasst je nach Methode entweder die Masse des austretenden Materials oder die Bewegung des Kolbens, aus der sich die Volumenfließrate bestimmen lässt.
Für die Genauigkeit der Ergebnisse sind insbesondere folgende Faktoren wichtig:
- die festgelegte Prüftemperatur;
- die aufgebrachte Belastung;
- die Abmessungen der Düse;
- die Vorbereitung und Menge der Kunststoffprobe;
- die vorgegebenen Zeitabläufe;
- die Kalibrierung und der Zustand des Prüfgeräts.
Methode A: Bestimmung der Schmelze-Massefließrate MFR
Bei der gravimetrischen Methode A wird die Kunststoffschmelze durch die genormte Düse extrudiert.
Anschließend werden definierte Abschnitte des ausgetretenen Materials gesammelt und gewogen.
Aus der gemessenen Masse und dem jeweiligen Zeitintervall wird die Schmelze-Massefließrate berechnet.
Diese Methode eignet sich zur Bestimmung des MFR-Werts unter den vorgegebenen Prüfbedingungen.
Methode B: Bestimmung der Schmelze-Volumenfließrate MVR
Bei Methode B wird die Bewegung des Kolbens im Prüfzylinder erfasst.
Aus dem Kolbenweg und den bekannten Abmessungen des Messsystems lässt sich das verdrängte Volumen der Kunststoffschmelze berechnen.
Das Ergebnis wird als Schmelze-Volumenfließrate MVR angegeben.
Mit der Schmelzedichte unter den Prüfbedingungen kann daraus auch die entsprechende Massefließrate bestimmt werden.
Welche Prüfgeräte werden verwendet?
Für die Durchführung der Fließprüfung stehen verschiedene Prüfgeräte zur Verfügung.
Dazu gehören manuelle und automatisierte Extrusionsplastometer sowie Systeme für die regelmäßige Qualitätskontrolle.
Beispiele für kommerzielle Gerätebezeichnungen sind Aflow und Mflow. Entscheidend für die Auswahl eines geeigneten Fließprüfgeräts sind jedoch nicht die Modellnamen, sondern die erforderlichen Messmethoden, der Prüfbereich, die normgerechte Durchführung und die Anforderungen des Labors.

4. Welche Prüfbedingungen gelten für Polypropylen?
Für die Vergleichbarkeit der Messergebnisse sind Temperatur und Belastung entscheidend.
Für Polypropylen wird häufig eine Prüftemperatur von 230 °C bei einer Belastung von 2,16 kg verwendet.
Andere Kunststoffe oder bestimmte Materialspezifikationen können abweichende Prüfbedingungen erfordern.
Auch bei vergleichbaren Polymeren können Unterschiede in Temperatur oder Belastung zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen führen.
Ein MFI-Wert ohne Angabe der Prüfbedingungen ist deshalb für die Materialauswahl nur eingeschränkt aussagekräftig.
Die Normenreihe ISO 1133 berücksichtigt unterschiedliche Prüfanforderungen. Insbesondere ISO 1133-2 behandelt Materialien, deren rheologisches Verhalten empfindlich auf ihre Zeit-Temperatur-Geschichte oder auf Feuchtigkeit reagiert.
Welche Norm und Methode verwendet wird, sollte im Prüfbericht oder technischen Datenblatt eindeutig angegeben sein.
5. Hoher oder niedriger MFI-Wert: Was bedeutet das für das Material?
Die Interpretation des MFI-Werts hängt immer vom jeweiligen Kunststoff und seinem Einsatzbereich ab.
Hoher Schmelzflussindex
Ein hoher MFI-Wert weist bei vergleichbaren Materialien darauf hin, dass die Kunststoffschmelze unter den Prüfbedingungen leichter fließt.
Dies kann beispielsweise beim Spritzgießen dünnwandiger Formteile oder bei Bauteilen mit komplexer Geometrie vorteilhaft sein.
Eine höhere Fließfähigkeit kann das Füllen schmaler oder weit vom Anspritzpunkt entfernter Werkzeugbereiche erleichtern.
Allerdings kann eine zu hohe Fließfähigkeit für die jeweilige Anwendung auch Nachteile verursachen, etwa eine erhöhte Neigung zur Gratbildung.
Niedriger Schmelzflussindex
Ein niedriger MFI-Wert ist häufig mit einer höheren scheinbaren Schmelzviskosität verbunden.
Bei vergleichbaren Polymerqualitäten kann dies auf ein höheres durchschnittliches Molekulargewicht hinweisen.
Ein niedriger MFI kann für bestimmte Extrusionsverfahren sinnvoll sein, bei denen das Material eine entsprechende Schmelzfestigkeit aufweisen muss.
Die richtige Materialauswahl hängt jedoch immer von der konkreten Anwendung und den Anforderungen des Prozesses ab.
MFI und Molekulargewicht
Der Zusammenhang zwischen dem Schmelzflussindex und der Molmasse des Polymers wird häufig vereinfacht dargestellt.
Bei chemisch und strukturell vergleichbaren Polymeren geht ein höheres Molekulargewicht oftmals mit einer höheren Schmelzviskosität und einem niedrigeren MFI einher.
Die tatsächlichen Zusammenhänge werden jedoch auch durch die Molekulargewichtsverteilung, Verzweigungen, Additive und weitere Materialeigenschaften beeinflusst.
Aus einem einzelnen MFI-Wert lässt sich deshalb keine eindeutige Molekulargewichtsverteilung bestimmen.
6. Warum ist der Schmelzflussindex für die Kunststoffverarbeitung wichtig?
Der Schmelzflussindex ist ein praktisches Hilfsmittel, um Kunststoffmaterialien für unterschiedliche Fertigungsverfahren auszuwählen.
Beim Spritzgießen und bei der Extrusion entstehen unterschiedliche Anforderungen an das Fließverhalten der Kunststoffschmelze.
Ein Material, das für einen Prozess besonders gut geeignet ist, muss nicht automatisch in einem anderen Verfahren die gleichen Ergebnisse liefern.
Schmelzflussindex beim Spritzgießen
Beim Spritzgießen wird die geschmolzene Kunststoffmasse unter Druck in ein geschlossenes Werkzeug eingespritzt.
Die Fließfähigkeit des Materials beeinflusst dabei die Werkzeugfüllung und die erforderlichen Verarbeitungsparameter.
Ist die Schmelze zu hochviskos, können Probleme bei der vollständigen Füllung dünnwandiger Formteile entstehen.
In bestimmten Fällen kann die Anpassung der Einspritzgeschwindigkeit, der Schmelzetemperatur oder des Einspritzdrucks erforderlich sein.
Diese Anpassungen müssen jedoch innerhalb der zulässigen Prozessgrenzen erfolgen.
Ein höherer MFI kann die Verarbeitung erleichtern, wenn die Geometrie des Bauteils eine gute Fließfähigkeit erfordert.
Schmelzflussindex bei der Extrusion
Bei Extrusionsprozessen wird die Kunststoffschmelze kontinuierlich durch ein formgebendes Werkzeug gefördert.
Dabei spielen ein gleichmäßiger Materialfluss, stabile Druckverhältnisse und die gewünschte Formbeständigkeit des Produkts eine wichtige Rolle.
Für bestimmte Extrusionsanwendungen werden Polypropylenqualitäten mit vergleichsweise niedrigerem MFI eingesetzt.
Eine allgemeingültige Grenze existiert jedoch nicht.
Die geeigneten Fließeigenschaften hängen von der Konstruktion der Anlage, den Prozessparametern und den Anforderungen des extrudierten Produkts ab.
7. MFI von PP-Regranulat: Warum ist die Chargenkonstanz wichtig?
Bei recyceltem Polypropylen besitzt der Schmelzflussindex eine besondere Bedeutung für die Qualitätssicherung.
Während des Recyclingprozesses wird der Kunststoff erneut thermischen und mechanischen Belastungen ausgesetzt.
Diese Belastungen können unter bestimmten Bedingungen Veränderungen der Polymerketten verursachen.
Bei Polypropylen kann beispielsweise der Abbau von Molekülketten zu einer Erhöhung des MFI-Werts führen.
Ein erhöhter Schmelzflussindex ist jedoch kein eindeutiger Nachweis für Materialschäden.
Auch die Zusammensetzung des Ausgangsmaterials, unterschiedliche Polymerqualitäten, Additive und Füllstoffe beeinflussen den Messwert.
Warum sind konstante MFI-Werte wichtig?
Für Hersteller, die Regranulate in der Serienproduktion einsetzen, ist die Wiederholbarkeit der Materialeigenschaften von großer Bedeutung.
Schwankungen des MFI zwischen verschiedenen Chargen können dazu führen, dass Prozessparameter angepasst werden müssen.
Dies kann beispielsweise die Werkzeugfüllung, den Einspritzdruck oder die Zyklusstabilität beeinflussen.
Deshalb ist es sinnvoll, die MFI-Werte regelmäßig mit den festgelegten Materialanforderungen zu vergleichen.
Bei Bedarf sollten weitere Eigenschaften wie Dichte, mechanische Festigkeit oder thermische Stabilität berücksichtigt werden.
Schmelzflussindex in der Wareneingangskontrolle
Die Bestimmung des Schmelzflussindex kann Bestandteil der Wareneingangskontrolle und der Chargenprüfung sein.
Sie unterstützt Unternehmen dabei, Abweichungen zwischen gelieferten Materialien und den vereinbarten Anforderungen frühzeitig zu erkennen.
Allerdings sollte der MFI nicht als alleiniger Qualitätsindikator verwendet werden.
Zwei Kunststoffproben können trotz ähnlicher MFI-Werte deutliche Unterschiede bei anderen Materialeigenschaften aufweisen.
8. Polypropylen und seine Anwendungen in verschiedenen Industriezweigen
Polypropylen ist ein vielseitiger thermoplastischer Kunststoff, der in zahlreichen Branchen eingesetzt wird.
Seine Eigenschaften können durch die Auswahl unterschiedlicher Polymerqualitäten sowie durch Additive und Füllstoffe an verschiedene Anforderungen angepasst werden.
Automobilindustrie
In der Automobilindustrie wird Polypropylen beispielsweise für Innenraumkomponenten, Verkleidungen, Abdeckungen und weitere technische Bauteile eingesetzt.
Je nach Anwendung sind Eigenschaften wie Schlagzähigkeit, Steifigkeit, Gewicht und Maßhaltigkeit entscheidend.
Verpackungsindustrie
Polypropylen wird häufig für Behälter, Verschlüsse und andere Verpackungskomponenten verwendet.
Bei spritzgegossenen Verpackungen kann der MFI einen wichtigen Einfluss auf die Verarbeitung dünnwandiger Bauteile haben.
Für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt müssen die verwendeten Materialien zusätzlich die einschlägigen rechtlichen Anforderungen erfüllen.
Medizinische Anwendungen
Bestimmte Polypropylenqualitäten werden in ausgewählten medizinischen Produkten und Einwegkomponenten eingesetzt.
Solche Anwendungen unterliegen besonderen Qualitäts- und regulatorischen Anforderungen.
Daher ist nicht jedes PP-Material und insbesondere nicht jedes Regranulat für medizinische Produkte geeignet.
Chemische Industrie
Aufgrund seiner Beständigkeit gegenüber vielen chemischen Stoffen kann Polypropylen in technischen Behältern und ausgewählten Anlagenkomponenten eingesetzt werden.
Die tatsächliche Eignung muss jedoch anhand der jeweiligen Chemikalie, Konzentration, Temperatur und Einwirkdauer beurteilt werden.
Gartenprodukte und Haushaltswaren
Auch Gartenmöbel, Aufbewahrungsbehälter, Kisten und zahlreiche Haushaltsprodukte können aus Polypropylen hergestellt werden.
Bei Außenanwendungen können zusätzliche Anforderungen hinsichtlich UV-Beständigkeit und Schlagzähigkeit bestehen.
9. Reicht der MFI zur Beurteilung der Materialqualität aus?
Der Schmelzflussindex ist ein wichtiger Kennwert, aber keine vollständige Beschreibung eines Kunststoffmaterials.
Materialien mit ähnlichen MFI-Werten können sich in verschiedenen Eigenschaften unterscheiden.
Dazu gehören insbesondere:
- Dichte und Polymerzusammensetzung;
- mechanische Festigkeit;
- Schlagzähigkeit;
- Steifigkeit;
- thermische Beständigkeit;
- Füllstoff- und Additivgehalt;
- Verunreinigungen;
- Verarbeitungsverhalten;
- Schwankungen zwischen Produktionschargen.
Zur umfassenderen Charakterisierung können ergänzende Prüfverfahren erforderlich sein.
Dazu zählen beispielsweise mechanische Prüfungen, thermische Analysen und weiterführende rheologische Messungen.
Der MFI bleibt dennoch ein besonders praktischer Kennwert für die laufende Qualitätskontrolle und den Vergleich geeigneter Materialien.
10. Wie wählt man den richtigen MFI-Wert für PP-Regranulat?
Bei der Materialauswahl sollten zunächst die Anforderungen des Endprodukts definiert werden.
Die Wahl des MFI-Werts darf nicht allein auf einer möglichst hohen oder niedrigen Zahl beruhen.
Wichtige Fragen sind:
- Welches Verarbeitungsverfahren wird verwendet?
- Welche Geometrie besitzt das Bauteil?
- Sind besonders dünne Wandstärken vorhanden?
- Welche mechanischen Eigenschaften werden benötigt?
- Welche Verarbeitungsparameter erlaubt die Produktionsanlage?
- Wie konstant sind die Materialeigenschaften zwischen den Chargen?
- Welche ergänzenden Prüfungen sind für die Anwendung erforderlich?
Eine geeignete Materialauswahl berücksichtigt diese Faktoren gemeinsam.
Vor dem Einsatz in der Serienproduktion sind entsprechende Verarbeitungsversuche sinnvoll, um das tatsächliche Verhalten des Materials zu überprüfen.
11. Schmelzflussindex und Materialauswahl bei ML Polyolefins
ML Polyolefins ist im Bereich des Kunststoffrecyclings tätig und beschäftigt sich mit der Herstellung und Bereitstellung von Regranulaten für industrielle Anwendungen.
Bei der Auswahl geeigneter PP-Regranulate ist der Schmelzflussindex ein wichtiger technischer Parameter.
Er unterstützt die Einschätzung, ob ein Material hinsichtlich seines Fließverhaltens für einen bestimmten Verarbeitungsprozess infrage kommt.
Entscheidend sind jedoch auch die Polymerzusammensetzung, die mechanischen Anforderungen des Endprodukts und die erwartete Stabilität der Materialeigenschaften.
Ein geeigneter MFI-Wert ist nicht der höchste oder niedrigste Wert, sondern der Wert, der zur vorgesehenen Anwendung passt.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu MFI, MFR und MVR
Was bedeutet MFI bei Kunststoffen?
MFI steht für Melt Flow Index und bezeichnet einen Kennwert zur Beschreibung der Fließfähigkeit thermoplastischer Kunststoffe unter festgelegten Prüfbedingungen.
Was ist der Unterschied zwischen MFI und MFR?
MFI ist eine verbreitete industrielle Bezeichnung, während MFR den genormten Begriff Schmelze-Massefließrate bezeichnet. Beide werden im Zusammenhang mit der massenbezogenen Fließprüfung verwendet.
Was bedeutet MVR?
MVR steht für Melt Volume-Flow Rate und beschreibt die Schmelze-Volumenfließrate eines Kunststoffs. Der Wert wird in cm³/10 min angegeben.
Nach welchen Normen wird der Schmelzflussindex geprüft?
Die Bestimmung erfolgt häufig nach DIN EN ISO 1133 oder ASTM D1238. Die angewandte Methode und die jeweiligen Prüfbedingungen müssen berücksichtigt werden.
Welche Prüfbedingungen gelten für PP?
Für Polypropylen werden häufig 230 °C und eine Belastung von 2,16 kg verwendet. Abweichende Bedingungen können je nach Materialspezifikation erforderlich sein.
Bedeutet ein hoher MFI eine bessere Materialqualität?
Nein. Ein hoher MFI bedeutet unter vergleichbaren Prüfbedingungen eine leichtere Fließfähigkeit. Die Eignung des Materials hängt vom Verarbeitungsverfahren und den Anforderungen des Produkts ab.
Welchen Zusammenhang gibt es zwischen MFI und Molekulargewicht?
Bei vergleichbaren Polymeren kann ein höheres durchschnittliches Molekulargewicht mit einer höheren Schmelzviskosität und einem niedrigeren MFI verbunden sein. Der Zusammenhang hängt jedoch auch von der Molekulargewichtsverteilung und weiteren Materialeigenschaften ab.
Warum kann sich der MFI von Regranulat verändern?
Mögliche Ursachen sind Unterschiede im Ausgangsmaterial, Additive, Füllstoffe, die Verarbeitungshistorie und Veränderungen der Polymerstruktur während der Verarbeitung.
Was ist das Fließratenverhältnis?
Das Fließratenverhältnis beschreibt das Verhältnis von Schmelzflussraten, die unter unterschiedlichen festgelegten Belastungen gemessen werden, üblicherweise bei gleicher Temperatur. Es kann zusätzliche Hinweise auf das Fließverhalten eines Materials geben, ersetzt jedoch keine vollständige rheologische Untersuchung.
Warum ist ein konstanter MFI wichtig?
Eine gute Wiederholbarkeit des MFI kann zu stabileren Verarbeitungsbedingungen beitragen, notwendige Prozessanpassungen reduzieren und die Vorhersagbarkeit der Produktion verbessern.